Roter Stern Flensburg
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News

Spielbericht: RSF 1 vs. TV Grundhof 3

09. März 2015

Bei bestem Fußballwetter und der typisch norddeutschen Brise deutete sich in den ersten Minuten bereits an, was in der folgenden Spielzeit symptomatisch bleiben sollte: der Rote Stern kontrollierte zwar optisch das Geschehen, aber die Gäste standen gut in der Defensive und ließen keine gefährlichen Angriffe zu. So weit, so naja... Doch dann das erste Malheur: Pay - als Fotograf an der Außenlinie im Einsatz – zeigt erste Unkonzentriertheiten und zermatscht unfreiwillig die dort liegende "Glücksbanane". Da der Fussballer an sich ja leicht abergläubig ist, war hier schon klar: das geht nicht gut....
Und es ging nicht gut. Schlafmützigkeit und schlechtes Passspiel bestimmten fortan das Spielgeschehen der Gastgeber. Grundhof – zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich aus eigener Initiative gefährlich – wurde mehr und mehr eingeladen und profitierte ein erstes Mal von einem Abwehrfehler des RSF. Der durch das Foul von Zitter berechtigte Strafstoß ging allerdings rechts am Tor vorbei. Wer nun auf einen Wachmacher gehofft hatte, sah sich getäuscht. Ein an sich relativ harmloser Ball flutschte Tim durch die Hände, sodass der Angreifer der Grundhofer den Ball nur noch ins leere Tor schieben musste – 0:1. Weiter ging´s mit langsamen Aufbauspiel, einer kriminellen Fehlpassquote sowie einer fehlenden Körpersprache. Anscheinend war der Schlaf so tief, dass wir uns an die Entstehung des 0:2 gar nicht mehr erinnern können…irgendwie flog der Ball jedenfalls von irgendwo innerhalb des Strafraumw ins rechte, lange Eck.
Fassungslosigkeit.
Und in der Offensive? Wirklich brauchbare Angriffe und Torchancen waren Fehlanzeige. Aber mit dem Pausenpfiff dann der Hoffnungsschimmer: jemand entdeckte die zertretene Glücksbanane und so kam es, dass - nach einer ordentlichen Kabinenpredigt – der ominöse Glücksbringer gegen ein neues, im frischen Gelb leuchtendes Obststück ausgetaucht werden konnte.

Das Glück musste nun aber erst einmal reifen und bis dahin kassierte der Rote Stern im zweiten Durchgang noch das 0:3. Ein rabenschwarzer Tag, wobei man aber klar sagen muss, dass die Führung der Gäste aufgrund der Defensivleistung keineswegs unverdient war. Bereits in der ersten Spielhälfte hätte die Begegnung entschieden sein müssen – aber als Gast wollte man sich halt benehmen und nicht jeeedes Geschenk annehmen.
So blöd es bei einem 0:3 klingen mag, aber: der RSF blieb dadurch m Spiel. Umso mehr, als dass man hinten die Abwehr nach und nach auflöste und so etwas wie Druck aufbauen konnte. Denn immerhin stimmte nun die kämpferische Leistung, wenn auch spielerisch enorm viel Luft nach oben blieb und bleibt. Doch dem Nachsetzen – und ausnahmsweise mal einem Präsent des Gastes – verdankte man es, dass es wieder spannend wurde. Andreas luchste dem Verteidiger die Kugel ab und erreichte noch gerade so den Strafraum, bevor er – in einer sonst sehr fairen und gut geleiteten Partie - regelwidrig zu Fall gebracht wurde. Den fälligen Strafstoß verwandelte Torge in der 62. Minute zum 1:3. Ein Hoffnungsschimmer.
Acht Minuten später dann wohl die kurioseste(n) Szene des Spiels. Nach einer Standardsituation segelte der Ball in den Strafraum der Gäste, um ihn dann für die nächsten gefühlten drei Minuten nicht mehr zu verlassen. 18 Leute drängelten sich rund um den Torraum, um den Ball entweder wieder weit weg ins Spielfeld oder aber über die Torlinie zu befördern. Beides gelang irgendwie nicht und so bekamen die mitfiebernden Zuschauer Flipper par excellence zu sehen. Etwa vier oder fünf Torschreie später bugsierte Andreas die Kugel dann tatsächlich im Tor und die Kulisse, sie war da!
Plötzlich glaubte man wieder an sich und an ein Remis oder mehr. Denn noch war eine Viertelstunde zu spielen und die Gäste kamen immer seltener vor das gegnerische Tor. Und so kam es wie es kommen musste und gerne auch durfte: eine Flanke in den Sechszehner legte Sven wunderbar mit dem Kopf auf Andreas ab, der mit seinem Doppelpack für den vielumjubelten Ausgleich zum 3:3 sorgte. Eine Entwicklung, die man sich zwar herbeigesehnt hatte, aber an die sicherlich nicht alle Beteiligten und Zuschauer noch ernsthaft geglaubt hatten. Und die Partie war noch lange nicht zu Ende, sodass gute zehn Minuten für die ganz große Story übrig blieben. In dieser Zeit tat sich allerdings nicht sonderlich viel, sodass glasklare Torchancen auf beiden Seiten Mangelware blieben. Bis zur Nachspielzeit….
Die letzte Ecke des Spiels brachte Lennard gefährlich vor das Tor, wo wieder kurze Konfusion herrschte, ehe Zitter die Kugel aus 1,37 Metern unter den Querbalken drosch. Grenzenlose Freude auf Seiten Gastgeber, Fassungslosigkeit bei den wacker kämpfenden Grundhofern, die sich zumindest einen Punkt redlich verdient gehabt hätten!

So aber fand die LaOla-Welle lediglich vor den Sympathisanten des Roten Sterns statt und der Ungläubigkeit über die katastrophale erste Halbzeit machte sich Freude über die wichtigen drei Punkte breit. Dieses Mal sind wir noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen, aber am kommenden Freitag wird´s im Top-Spiel gegen den ETSV Weiche III so wohl nicht reichen… trotzdem konservieren wir die rechtzeitig ersetzte Zweite-Halbzeit-Glücksbanane für alle Fälle doch lieber mal...

 

Danke an Olli für den Spielbericht!

Kategorie: Fussball
Erstellt von: Cord